Viktoria und Pia-Ricarda in Aruba // 1. Bericht

Wir sind nun seit zwei Monaten hier, und besonders die ersten Wochen waren sehr aufregend. Schon am Flughafen in Amsterdam haben Viki und ich zwei weitere Freiwillige kennengelernt, die ebenfalls über dieselbe Organisation hier sind. Insgesamt sind wir sieben Freiwillige: drei aus Kroatien, die nur für zwei Monate geblieben sind und zwei aus Litauen, die – genau wie wir – sechs Monate hier verbringen.

Wir wohnten gemeinsam mit den Kroaten in zwei verschiedenen Apartments im Norden der Insel. Der Apartmentkomplex verfügt über einen Pool und wird von vielen weiteren internationalen Bewohner*innen bewohnt, überwiegend Austauschstudierenden. Die beiden Freiwilligen aus Litauen leben zusammen in einem Apartment in der Innenstadt. Viki und ich teilen uns eine drei Zimmer Wohnung, mit einem offenen Küchen- und Wohnraum. So hat jede ihr eigenes Zimmer.

In den ersten Wochen hatten wir vor allem Zeit, anzukommen. Jetlag war für uns kein großes Problem, und nach etwa zwei Wochen hatte sich der Körper auch an die konstanten 30 Grad sowie an den ständigen Wechsel zwischen Klimaanlage und Hitze gewöhnt. Mit der Zeit haben wir auch herausgefunden, welche Raumtemperatur sich am besten zum Schlafen eignet.

Durch die leichte Brise, die hier auf der Insel herrscht, sind die 30 Grad super aushaltbar und uns ist mittlerweile schon fast kalt, wenn es mal bedeckt und 27 Grad sind.

Zu Beginn haben wir bei einem Workshop unserer Organisation für Youth Worker aus aller Welt mitgeholfen. Wir waren einkaufen, unterstützten beim Auf- und Abbau und holten Teilnehmende vom Flughafen ab oder fuhren sie zu verschiedenen Aktivitäten. Alles war neu für uns, und die Zeit verging anfangs eher langsam. Kurz darauf startete dann unser eigentlicher Freiwilligeneinsatz in den jeweiligen Einsatzstellen.

Ich arbeite in einem Afterschool-Programm. Die Kinder kommen nach der Schule dorthin, haben Zeit zum Spielen und erhalten anschließend Unterstützung bei ihren Hausaufgaben. Sie sind zwischen 6 und 16 Jahre alt.

Viki arbeitet in zwei verschiedenen Büros und unterstütz dort die Social Media Auftritte oder hilft, wo sonst gerade Aufgaben zu machen sind. Der ESK ist eine schöne Möglichkeit, Reisen und soziales Engagement miteinander zu verbinden. Die Menschen hier sind sehr dankbar für unsere Arbeit, und die Kinder freuen sich jedes Mal, wenn man kommt. Man erhält einen intensiven Einblick in die Kultur der Insel und lernt gleichzeitig viel über sich selbst.

Vieles, was in Deutschland selbstverständlich ist, funktioniert hier ganz anders. Ich würde mich selbst als sehr pünktlich und verlässlich beschreiben und lege darauf auch großen Wert. Die Inselmentalität ist jedoch deutlich entspannter: 15 Minuten Verspätung gelten hier noch als pünktlich, Termine werden kurzfristig verschoben oder abgesagt. Das war für mich anfangs schwer nachzuvollziehen, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran, wenn man diese Mentalität einmal verstanden hat.

Außerdem kommt man mit bestimmten Erwartungen hierher. Durch die große Vorfreude stellt man sich vieles im Vorfeld sehr konkret vor – und dann ist es vor Ort doch irgendwie ganz anders. Genau dadurch lernt man jedoch Geduld, Gelassenheit und seine eigene Anpassungsfähigkeit besser kennen.

Wir arbeiten montags bis donnerstags, freitags finden Mentoring-Sessions oder andere Teamaktivitäten statt. In den ersten Wochen hatten wir zum Beispiel Papiamento-Unterricht, der Sprache, die hier auf der Insel gesprochen wird. Trotz der Arbeit haben wir viel Freizeit und schaffen es fast täglich, an den Strand zu fahren. Am Wochenende gehen wir wandern, besuchen Straßenfeste, gehen Cocktails trinken oder zum Kickboxen.

Etwas herausfordernd ist es, dass wir uns zu siebt ein Auto teilen. Das erfordert viele Absprachen, da alle Bedürfnisse berücksichtigt werden müssen und man nicht immer spontan das machen kann, worauf man gerade selbst Lust hat. Gleichzeitig ist man hier ohne Auto ziemlich aufgeschmissen: Außerhalb der Innenstadt gibt es kaum Fußwege, und Radfahren ist aufgrund des Verkehrs und der fehlenden Infrastruktur recht gefährlich.

Nach ein paar Wochen in unseren Einsatzstellen hat sich eine gewisse Routine eingestellt – und kaum hatten wir uns daran gewöhnt, sind die Kroaten auch schon wieder abgereist. Nun beginnt hier die Karnevalssaison, und wir sind gespannt, was uns in den kommenden Wochen noch alles erwartet.

 
 
 

Viktoria und Pia‑Ricarda verbringen ihren Freiwilligendienst bei CEDE Aruba (Centro pa Desaroyo di Aruba), ihr Projekt wird kofinanziert von der Europäischen Union.

Wenn ihr etwas Ähnliches wie Viktoria und Pia‑Ricarda erleben möchtet, schaut euch unsere Calls hier an.