Pascal in Vouzela, Portugal// Abschlussbericht

Pascal in Vouzela, Portugal // Abschlussbericht

Vor noch etwa 8 Wochen saß ich mit eindeutig zu wenig Schlaf und wahnsinnig vielen Fragen im Kopf im Flugzeug nach Portugal. So viele Gedanken schwirrten durch meinen Verstand – Erwartungen, Hoffnungen, aber natürlich auch Unsicherheiten. Mittlerweile hat sich eines klar herausgestellt – ich hatte bei weitem nicht mit allem gerechnet, dass noch passieren sollte…

Mit der Landung fangen die neuen Eindrücke an, die vielen Gedanken zu verdrängen und ich wurde in die Realität zurückgeholt. Zunächst bedeutete das auch Stress – die Kommunikation in einer Sprache, die ich nur in Grundzügen sprach, das Zurechtfinden in einer neuen Umgebung und die Umgewöhnung an neue Systeme. Natürlich musste gerade dann auch noch mein Bus zu spät kommen, was mir den Tag nicht wirklich erleichterte. Aber schließlich kam ich dann zwar übermüdet, aber trotzdem wohlauf in meinem Zielort, Vouzela, an – der Startschuss für mein Projekt war damit gegeben.

Ein Gedanke, der mir bereits im Flugzeug kam, war die Vorfreude auf die schöne Landschaft in der Region. Und ich wurde nicht enttäuscht: Obwohl das Zentrum Portugals keine der touristischsten Regionen des Landes ist, gibt es dort wahnsinnig viele schöne Orte zu sehen. Nach dem Freiwilligendienst sah mein Fotoalbum also fast eher so aus, als hätte ich die ganze Zeit nur Urlaub gemacht.

Was ich auch im Flugzeug schon wusste, war, dass ich dort mit anderen Freiwilligen zusammen untergebracht war. Aber ich kannte sie natürlich noch nicht und konnte dementsprechend nicht ahnen, wie viele großartige Bekanntschaften ich in dieser Zeit machen würde. Das beginnt bei den anderen Freiwilligen von Naturkultur, mit denen ich mich von vornherein super verstand. Mit ihnen konnte ich auch nach den Arbeitszeiten immer noch etwas unternehmen, zwei Mal machten wir übers Wochenende auch Städtetrips nach Aveiro und Peniche. Das waren wirklich tolle Ausflüge – und eine gelungene Abwechslung, da wir in beiden Städten Zugang zu vielen schönen Stränden hatten. Neben den deutschen Freiwilligen gab es aber auch internationale Freiwillige von anderen Organisationen, in meinem Fall waren es zwei französische Gruppen. Die Kommunikation hakte dabei manchmal etwas, aber es war sehr schön zu sehen, wie sie trotz Sprachbarriere nie lockergelassen haben und immer wieder in den Austausch gegangen sind. Bei manchen von ihnen verbesserte sich das Englisch im Verlauf der Aktivität auch stark! Und zuletzt gibt es natürlich noch die Leute vor Ort. Vorrangig hatten wir dabei natürlich mit den Mitarbeitern von MONTIS zu tun, welche alle wirklich sehr sympathische Menschen waren. Was dabei besonders schön war: Obwohl das Verhältnis zu der Organisation natürlich eher formell war, war die Atmosphäre mit den Mitarbeitern viel lockerer. Sie waren immer ansprechbar, auch für Freizeitaktivitäten zu haben und wir konnten sie wirklich kennenlernen, anstatt auf einer oberflächlichen, professionellen Ebene zu bleiben. Aber auch abseits der Organisation war ich begeistert von der Gastfreundlichkeit der Portugiesen. Einer von ihnen nannte mir das Wort „convivio“, übersetzt etwa „Zusammenkommen“, als wichtigen Bestandteil der portugiesischen Kultur – und es war schön, dass sowohl erzählt zu bekommen als auch erleben zu können.

Aber natürlich gab es auch Dinge, die ich im Flugzeug noch gar nicht erahnen konnte. Ein gutes Beispiel dafür war die Vielfältigkeit der Orte, die ich in dieser Zeit zu sehen bekam. Teilweise war das der Reisefreudigkeit von mir und meinen Mitbewohnern geschuldet – das brachte mir die Ausflüge nach Aveiro, Peniche und sogar Madrid ein (eine wirklich wunderschöne Stadt!). Darüber hinaus waren aber auch die Einsatzorte von MONTIS sehr vielfältig: Insgesamt arbeitete ich auf 8 verschiedenen Flächen von MONTIS, die von Vouzela bis fast nach Lissabon verteilt lagen. Das bedeutete zwar einige Umzüge mehr als gedacht, aber ich konnte dafür auch einen viel größeren Teil des Landes sehen – also insgesamt eine sehr positive Überraschung!

Aber auch meine Aufgaben bei der Arbeit waren vielfältiger als gedacht. Ich hatte natürlich mit den klassischen Waldarbeiten gerechnet – aber das Schreiben der Reports und die Social Media Arbeit sorgten für einen unerwarteten, kreativen Ausgleich und wir durften auch im Feld häufiger technischere Aufgaben, z. B. das Fliegen einer Drohne für Fotos und Videos aus der Luft oder das Sammeln von Geo-Daten mithilfe von Google Maps, übernehmen. Auch das hatte ich so auf meinem Weg nach Portugal, auf meinem Sitz im Flugzeug, nicht kommen sehen.

Knapp 7 Wochen später saß ich also wieder im Flugzeug, doch diesmal in die umgekehrte Richtung. Der Kopf war dabei wieder voller Gedanken, doch statt den Erwartungen und Hoffnungen sammelten sich hier nun Rückblicke und das Unverständnis darüber, wie diese 7 Wochen so schnell vorbei gehen konnten. Eines war dabei aber überhaupt nicht unverständlich, sondern völlig klar: Ich würde mich immer wieder für diesen Frewilligendienst entscheiden!

Pascal verbringt ihren Freiwilligendienst bei MONTIS, sein Projekt wird von der Europäischen Union kofinanziert.

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