Viola in Vouzela, Portugal // Abschlussbericht
Das ich meine 11 Wochen in Portugal in 13 verschiedenen Unterkünfte verbringen werde, hätte ich am Anfang meines ESK auch nicht gedacht. Als ich mich für das Projekt beworben hatte, habe ich mich darauf gefreut, den Start des Sommers draußen in den Bergen und Wäldern zu verbringen. Es wurde damit geworben, dass man als Freiwilliger der nativen Natur hilft sich zu regenerieren, invasive Arten zu kontrollieren und zugleich Waldbrände präveniert. Naturschutz lag mir schon immer am Herzen und nachdem ich mein Studium Nachhaltiger Tourismus abgeschlossen hatte, war es mir wichtig mich aktiv dafür einzusetzen. Ich wollte mein Wissen über Pflanzen und Bäume in der Praxis erweitern und war direkt sehr überzeugt, als ich das erste Mal von den Organisationen NaturKultur Montis gehört habe.
Umso mehr hat es mich gefreut, dass es nach kurzer Bewerbungsphase Mitte März losging. Rückblickend finde ich es sehr schwer meine Zeit dort zusammenzufassen, weil so viele tolle Dinge passiert sind. Angefangen habe ich in einem siebenköpfigen Team, die alle schon ein paar Wochen vor mir da waren, dennoch aber total herzlich waren und mir nicht das Gefühl gegeben haben, die Neue zu sein. Sie haben mir geholfen mich in die neuen Aufgaben einzuarbeiten. Zunächst haben wir die meiste Zeit über Bäume gepflanzt und sind dafür zu verschiedenen Grundstücken gefahren. Mich hat direkt die wunderschöne Landschaft begeistert, die dort im Frühling wach geworden ist. Ab Anfang April war die Pflanzsaison dann vorbei und wir haben eine neue Fläche kennengelernt, in der wir Eichen gestutzt haben. Der Berg, auf dem wir gearbeitet haben, bot uns jeden Tag großartige Aussichten. An einigen Tagen haben wir an wieder anderen Flächen Akazien entrindet, um deren Fortpflanzung auf nachhaltige Art einzudämmen. Neben weiteren Kleinigkeiten waren dies unsere Hauptaufgaben. Unsere Koordinatoren waren immer stets bemüht uns abwechslungsreiche Aufgaben zu geben.
Ich denke es ist schwierig, bei all den vielen Erlebnissen den wirklich schönsten Moment zu bestimmen. Ich schätze immer noch sehr, welche tollen Menschen ich während meiner Zeit dort kennenlernen durfte. Auch wenn sich das Team zwischendurch geändert hat, war es immer eine tolle Gruppendynamik mit ähnlichen Interessen. So dass ich das Gefühl hatte, dass wir das meiste aus den Tagen geholt haben. Ob wir nun die Umgebung um uns herum zusammen erkundet haben, zusammen gekocht oder Spiele gespielt haben oder an den Wochenenden zusammen vereist sind. Viel Freude haben mir zudem die Hunde bereitet, die aus der Nachbarschaft stammten, in einer Unterkunft, in der wir viel Zeit verbracht haben. Ich habe ihnen nach und nach Tricks beigebracht und mit ihnen meine Morgen verbracht.
Ich habe in dieser Zeit sehr viel über die Natur gelernt, spezifisch über Bäume und wie wichtig es ist sie zu schützen. Außerdem war mir nicht bewusst, wie sehr das Land Portugal doch von den Waldbränden geprägt ist und wie diese sich über das Land ausbreiten. Zu einem gewissen Teil sind diese natürlich auch notwendig. Ich bin stolz darauf, mit Hilfe der Organisation Montis, einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben, die Natur zu stärken, damit sie resistenter gegenüber den Feuern ist. Dadurch dass wir jeden Tag in der Natur verbracht haben, konnte ich zusätzlich mein Wissen über jegliche Insekten, Vögel und Pflanzenarten erweitern. Wir haben von unseren Koordinatoren Apps empfohlen bekommen, die uns bei den Bestimmungen helfen und Information geben. Dieses neu gewonnene Hobby habe ich auch mit nach Deutschland genommen.
Natürlich lief nicht immer alles glatt, so musste ich mich am Anfang erst einmal daran gewöhnen, dass die Portugiesen es nicht so genau mit der Pünktlichkeit nehmen und generell die Arbeit etwas unorganisiert sein konnte. Aber nach einer gewissen Zeit, habe ich mich daran gewöhnt und auch die Dinge, die mich wirklich gestört haben, angesprochen. Danach war es dann auch in Ordnung. Ich habe gelernt, mich mehr auf andere Kulturen einzustellen und mich dahingehend anzupassen.
Persönlich und auch für meine Zukunft, ist mir nochmal bewusster geworden, wie sehr ich es liebe draußen, bei Wind und Wetter, in der Natur zu arbeiten. Ich würde dieses Wissen gerne in meiner Berufswahl berücksichtigen. Außerdem ist mir klar geworden, dass ich ein sehr geselliger Mensch bin. Dadurch dass wir uns meistens auch unsere Zimmer teilen mussten, war ich selten allein. Anfangs dachte ich, dass ich öfter ein bisschen Me-Time brauche. Allerdings hat es mich nur bereichert immer von Menschen umgeben zu sein.
Ich konnte in diesem Projekt viel über mich und die Natur und Naturschutz lernen. Ich habe durch die Menschen die kennengelernt habe, meinen Horizont erweitert und durfte viel von dem wunderschönen Land sehen. Ich habe viele Pastel de Natas gegessen und Port Wein für mich entdeckt. Ich habe großartige Freundschaften geschlossen und viele wunderbare Erinnerungen geschaffen. Das alles gesagt, würde ich dieses Projekt auf jeden Fall weiterempfehlen. Diese Zeit werde ich für immer wertschätzen.
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Viola verbringt ihren Freiwilligendienst bei MONTIS, ihr Projekt wird von der Europäischen Union kofinanziert.
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