Ich kann mich noch an dem Tag erinnern, als ich mich für das Projekt beworben habe. Ich habe nach einem Projekt gesucht, wo ich etwas Neues ausprobieren kann, neue Kultur und Menschen kennenlernen kann. Mehr oder weniger das habe ich bekommen hier in Portugal bei meinem ökologischem Freiwilligenprojekt. Es fühlt sich traurig und schön zugleich an, dass ich jetzt meinen Abschlussbericht schreibe, aber ich freue mich, dass ich meine Erlebnisse teilen kann und Anderen bei der Wahl helfen kann!
Meine Tätigkeiten und Erfahrungen
Ich habe mit zwei Mädchen aus Deutschland zwei Monate zusammen in Vouzela, Portugal gelebt und bei der portugiesischen Organisation MONTIS gearbeitet. Die Organisation konzentriert sich auf die Vorbeugung von Waldbränden und dem Schutz der natürlichen Wälder. Die letzten zwei Monate habe ich etwas über den Naturschutz hier gelernt und habe aktiv mitgewirkt, die Wälder vor den Bränden zu schützen. Wir haben auch mit Apps wie Excel, Google Earth und iNaturalist gearbeitet, wodurch ich auch dort mein Wissen erweitern konnte. Zudem haben wir mitgeholfen, Aktivitäten für externe Gruppen zu planen und durchzuführen.
Ich habe es unterschätzt, wie gut es tut, draußen in der Natur zu arbeiten. Ich bin frisch mit der Schule fertig und deswegen bin ich es gewohnt, den ganzen Tag drinnen an einem Schreibtisch zu hocken. Hier arbeiten wir den ganzen Tag draußen im Wald und sind körperlich aktiv. Es ist ganz angenehm, wenn man nicht jeden Tag mit Kopfschmerzen nach Hause kommt oder der Rücken wehtut, sondern man sich nach der Arbeit noch fit fühlt und das Gefühl hat, seinem Körper was Gutes getan zu haben – und dem Wald auch noch – zwei Fliegen mit einer Klatsche!
An Wochenend-Aktivitäten mit weiteren Freiwilligen konnten wir unser Wissen erweitern, aber auch unser Wissen an andere weitergeben. Ein Highlight war für mich das Wildcampen mit anderen Freiwilligen. Nachdem wir tagsüber natürliche Arten geschützt haben, waren wir mitten in den Gebirgen Wildcampen, bei dem portugiesische „Biffanas“, ein atemberaubender Sonnenuntergang und inspirierende Gespräche beim Lagerfeuer natürlich nicht fehlen durften. Am schönsten ist es, wenn es bei solchen Aktivitäten zum interkulturellen Austausch kommt, bei dem man Neues über die portugiesische Kultur lernt, aber auch etwas von der deutschen Kultur teilen kann.
Was ich mitnehmen kann
Was ich hier vor allem für die Zukunft lernen durfte, ist die selbstständige Arbeit. Zu Beginn haben wir natürlich Anweisungen bekommen, aber die Arbeitseinteilung und das Tempo war uns im meisten Sinne selbst überlassen. Es war ein schönes Gefühl, dass uns vertraut wurde und wir in unserem Rhythmus arbeiten konnten.
Da ich aus einer Großstadt komme, war der Umstieg auf ein kleines Dorf hart und ungewohnt. Man gewöhnt sich mit der Zeit an das Dorfleben, aber ich vermisse es trotzdem manchmal, einen großen Supermarkt um die Ecke zu haben oder sich am Wochenende in eine Bar zu setzen oder mal shoppen zu gehen. Dafür haben wir unsere Urlaubstage und Wochenenden aber umso mehr genutzt, um Städte wie Lissabon und Porto zu erkunden. Und irgendwie ist es aber auch schön, wenn die Frau vom Café um die Ecke sich freut, uns beim (fast täglichen) Kaffee und „Pastel de Nata“ zu sehen. Oder wenn der ältere Herr uns auf unserem täglichen Weg in das Waldstück begrüßt. Es hat sich wohl schnell im Dorf rumgesprochen, dass wir die deutschen „voluntarios de MONTIS“ sind 🙂
Was ich auch für mich mitnehmen konnte, ist, dass jeder kleinste Schritt ein Schritt ist. Jeder kann etwas bewirken in der Welt, auch ohne große Vorerfahrungen. Und das Gefühl, sagen zu können, dass man zum Naturschutz beigetragen hat, ist schon cool. Mir fällt es nach dem Projekt auch leichter, mich in neue Umgebungen einzugewöhnen. Natürlich waren die ersten Tage ungewohnt, aber man findet sich schnell in die Routinen und den Alltag ein.
Ich würde das Projekt für diejenigen empfehlen, die gerne aktiv und selbstständig in der Natur arbeiten und gerne in ländlichen Umgebungen leben oder dies ausprobieren möchten. Mir persönlich hat etwas die Abwechslung bei der Arbeit gefehlt, da wir im Grunde genommen täglich die gleiche Aufgabe hatten, jedoch waren wir immer zusammen und deswegen hat es dennoch Spaß gemacht. Ich hätte mir außerdem etwas mehr Kommunikation mit der Organisation hier gewünscht, jedoch konnte ich selber dadurch auch lernen, von meiner Seite aus auf Menschen zuzugehen und Probleme anzusprechen.
Ich persönlich würde das Freiwilligenprojekt nicht noch einmal machen. Ich habe gemerkt, dass ich die Arbeit mit Menschen einfach lieber mag und Abwechslung im Alltag brauche. Dennoch war es eine schöne Zeit mit meinen Mitbewohnerinnen, ohne die ich bestimmt schon nach einem Monat wieder nach Hause geflogen wäre.
Laima verbringt ihren Freiwilligendienst bei Montis , ihr Projekt wird kofinanziert von der Europäischen Union.
Wenn du etwas Ähnliches wie Laima erleben möchtest, schau dir unsere Calls hier an.
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