Henrik in Danzig, Polen// 1.Bericht

Als ich vor mittlerweile über 2 Monaten sonntags in Danzig ankam und langsam die ersten Eindrücke bekommen habe, konnte ich es kaum glauben, so perfekt war alles.

Ich wurde von Davut, Mitfreiwilliger bei der Caritas Danzig und Mitbewohner (mittlerweile auch Freund 😊), direkt am Hauptbahnhof mit dem Auto abgeholt und zu unserer Wohnung gefahren. Auch die war top, eigenes Zimmer, Bad mit einer anderen Person teilen (mittlerweile auch nicht mehr, da einige andere Freiwillige seitdem abgereist sind, unter anderem Davut letzten Mittwoch 🙁) und Gemeinschaftsküche mit privatem Platz in Regal und Kühlschrank…

Am Montag wurde ich von meiner Koordinatorin Kasia zu Hause abgeholt, und wir sind in die Stadt gefahren, um Papierkram zu erledigen, Fragen zu klären und uns persönlich kennenzulernen. Den Rest der Woche bin ich mit Davut auf die Arbeit gegangen (Kinderbetreuung), und da zu diesem Zeitpunkt in Polen noch Sommerferien waren, war es super lustig und entspannt.

Direkt am ersten Wochenende habe ich meinen Polnischen Freund Daniel in Ostpolen besucht und habe dort wohl mit eines der intensivsten Wochenenden meines Lebens erlebt. Es war unglaublich nett und interessant, das zu sehen, von dem er sonst immer erzählt hat.

Auch die zweite Woche war alles andere als langweilig. Da Kasia nicht nur uns Freiwillige koordiniert, sondern auch internationale Jugendbegegnungen organisiert, wurden wir als Freiwillige kurzerhand mit ins Caritas-eigene Hostel genommen, um dort eine Woche mit armenischen Jugendlichen zu verbringen. Das war absolut genial, denn bis dato hatte ich noch absolut keine Ahnung von Armenien (jetzt nur noch keine Ahnung 😊). Zudem habe ich so direkt zu Beginn neue Leute kennengelernt und Einiges von Danzig und der Umgebung gesehen, was wirklich ein unglaublich guter Start war.

Und nein, nach dieser erneut sehr intensiven Woche hatte ich zwar ein sehr ruhiges Wochenende (das auch wirklich sehr nötig war…), allerdings ging es in der nächsten Woche am Montag und Dienstag direkt mit dem nächsten special Event weiter. Ehemalige Freiwillige des Projekts aus ganz Europa kamen nach Danzig, und wir haben verschiedene Aktionen gemacht. Auch hier wusste man wieder gar nicht, mit welcher Person man als erstes sprechen soll, so interessant und unterschiedlich waren die Persönlichkeiten.

Nach dieser sehr aufregenden und genialen, aber auch anstrengenden Anfangsphase meines Projektes habe ich nach zweieinhalb Wochen (!!) angefangen regulär zu arbeiten zu gehen. Obwohl ich ursprünglich wie Davut mit Kindern arbeiten wollte, habe ich mich umentschieden, doch mit älteren Personen zu arbeiten. Da ich Polnisch lernen wollte bzw. will, erschien mir das dann doch als die bessere Variante, und glücklicherweise war ich auch hier wieder voll flexibel, mit der Unterstützung meiner Koordinatorin.

“Arbeiten” ist aber eigentlich das falsche Wort, denn meine Aufgabe besteht nach wie vor hauptsächlich darin, mich mit den älteren Menschen, die dort Zeit verbringen, zu unterhalten bzw. Spiele mit Ihnen zu spielen. Gut, ich helfe auch beim Austeilen des Mittagessens, aber das ist eigentlich nicht mal erwähnenswert.

Lange am Stück war ich allerdings immer noch nicht arbeiten, da nach ca. fünf Wochen mein on-arrival Training in Warschau anstand (normalerweise ist das früher, aber war egal 😊). Dort habe ich wieder eine Menge toller Menschen aus allen möglichen Ecken kennengelernt und auch die Polnische Hauptstadt zumindest ein bisschen besichtigen können, wofür uns sogar eine extra Übernachtung im Hostel spendiert wurde.

Der Alltag ließ allerdings weiter auf sich warten, denn nach einer “normalen” Woche bekam ich schon wieder Besuch aus Deutschland, und auf einmal war ich wieder in der Touristenrolle (unsere Wohnung hat sogar auch Gästezimmer)…

Zudem ist man als Freiwilliger bei der Caritas Danzig auch sehr flexibel, und arbeitet mal in dieser Caritas-Einrichtung, mal in der anderen. Auch das ist sehr schön, da man immer wieder neue Leute kennenlernt, es abwechslungsreich bleibt und man so auch nicht nur als Tourist die Stadt erkundet, sondern auch wirklich Teil von ihr ist.

Mit noch einer kurzen Unterbrechung (in ca. zwei Wochen fahre ich nochmal nach Hause), trudelt ganz langsam, aber sicher nun doch der Alltag ein. Dann heißt es full focus auf Polnisch und die Dreistadt, insbesondere die wunderschöne Stadt Danzig und ihre Geschichte nochmal in vollen Zügen genießen, denn im Dezember ist das Abenteuer dann auch schon wieder vorbei…

Und bis jetzt ging die Zeit sehr schnell, fast, aber nur fast schon zu schnell, vorbei…

Henrik verbringt ihren Freiwilligendienst bei Caritas Archidiecezji Gdańskiej , ihr Projekt wird kofinanziert von der Europäischen Union.

Wenn du etwas Ähnliches wie Henrik erleben möchtest, schau dir unsere Calls hier an.

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