Ich habe für ca. 1 Monat in Nordmazedonien meinen Short-term Freiwilligendienst vollzogen. Jetzt fragt man sich bestimmt erst einmal, wo liegt das überhaupt. Ich selber bin Geograph, deshalb konnte ich diese Frage beantworten. Dennoch musste ich googeln, ob dieses Land in der EU ist oder nicht. Meinen Eltern und Freunden musste ich mal wieder erklären, warum es immer spezielle Länder sein müssen. Meiner Meinung nach, sind diese aber perfekt, um ein Long-term bzw. short-term zu machen. Auch hat es mich persönlich weitergebracht eben nicht in Spanien, Italien oder in Skandinavien ein freiwilliges Projekt mitzumachen, da diese Länder gewisse Ähnlichkeiten zu Deutschland haben. Das exotische hat mich immer gereizt und da war die Entscheidung nach Nordmazedonien zu fliegen naheliegend.
Jetzt aber zum Inhaltlichen. Was habe ich dort überhaupt gemacht? Zuerst einmal waren wir alle in einer alten Schule untergebracht, das zu mehreren kleinen Zimmern umgebaut worden war. Alles hatte einen kleinen Jugendherberge-Vibe. Wir waren zu 4 in den Zimmern untergebracht. Meine Mitbewohner waren aus Frankreich, Litauen und Tschechien. Nach ein wenig Smalltalk war sofort eine Connection da. Insgesamt waren wir ca. 25 freiwillige aus den verschiedensten Ländern. Auch gab es freiwillige aus Aruba, einer niederländischen Insel aus der Karibik, mit denen ich interessante Gespräche führen konnte. Trotz der vielen verschiedenen Nationen, Kulturen und Persönlichkeiten, konnte die Gruppe eine Gemeinschaft bilden. Dazu beigetragen haben auch verschieden Workshops und Ausflüge. Zum einen gab es Kurse zum Thema Umweltschutz und was vor allem wichtig für die Gruppendynamik war: Kurse zum Thema aktives zuhören und Verständigung. Auch gab es einen Ausflug mit der Gruppe zum Matka-Canyon. Dies beinhaltete eine Bootsfahrt zu einer tiefen Höhle in einem Berginneren.
Das eigentliche Hauptevent waren aber die einwöchigen Olympischen Spiele für Jugendliche. Dafür wurde ganz Skopje umgekrempelt. Verschiedenste Sportstätten waren in der Stadt aufgebaut worden. Von Tischtennis und Judo bis 3×3 Basketball war von allem etwas dabei. Es begann damit, dass alle Athleten in der Eröffnungszeremonie im Hauptstation mit ihren Ländern auftraten. Zuvor hatten wir bereits geholfen, Turnbeutel für die Athleten zu packen. Auch hatten wir die Eröffnungszeremonie an beiden Vortagen geprobt. Am finalen Abend gab es verschiedenste Aufgaben für die Freiwilligen. Einigen hielten eine Landesflagge. Andere wiederum halfen den Athleten bzw. wichtigen Personen die richtigen Plätze im Studium zu finden. Meine Aufgabe bestand darin, die richtigen Landesflaggen den Athleten auszuhändigen, bevor diese in das Stadium gingen. Dabei gab es mehrere Änderungen in der Reihenfolge, was zu einem ziemlichen Chaos führte. Da wir aber alle hoch motiviert waren, konnten unvorhergesehene Probleme wie dieses aber schnell gelöst werden.
Während der Olympischen spielen wurden wir wieder in verschiedene Aufgabenbereiche zugeteilt. Manche vergaben die Medaillen auf dem Siegerpodest, andere halfen in der Hotelrezeption für die Athleten mit. Der Rest half in den sogenannten „Lounges“. Diese waren dazu da, um Referees und besondere Gäste der Spiele einen Rückzugsort zu bieten. Da ich selber Badminton spiele, äußerte ich den Wunsch in der „Badmintonlounge“ zu arbeiten. Meine Aufgabe bestand darin, Getränke und Snacks nachzufüllen und nur berechtigten Personen Zutritt zu gewähren.
Trotz der Arbeit, blieb viel Zeit um die anderen Sportstätten zu besuchen. Es gab eigens Buslinien, die nur für das olympische Event konzipiert worden waren. Diese fuhren zu den einzelnen Sportstätten, was die Mobilität sehr erleichterte. Ein Highlight war 3×3 Basketball. Man war den Athleten ganz nah und die Stimmung war gut. Durch die hohen Temperaturen wurden die Wettkämpfe in die Abend bis Mitternachtsstunden verschoben.
Auch nach dem Event konnten wir auf eigene Faust Trips Unternehmen und die Region mehr erkunden. Manche gingen ins Nachbarland Griechenland oder nach Albanien. Ich hatte mich mit anderen für den Kosovo entschieden. Ein geschichtsträchtiges Land, was durchaus sehenswert ist. Mein persönliches Highlight war aber eine Zugfahrt in eine Nahgelegene Stadt mit anschließender Osmanischer Festungsbesichtigung. Mehr Oldschool Flair im Zug ging nicht.
Zum Abschluss gab es ein großes Abendessen auf einem rooftop Restaurant mit anschließender Party mit Blick auf Skopje. Mehr muss ich nicht sagen..
Ich kann ein Auslandsprojekt dieser Art nur weiterempfehlen. Auch sollte man sich durch das Land nicht abschrecken lassen. Mehr Abenteuer sind vorprogrammiert, aber im guten Sinne 😊
Viele Grüße
Julius
Julius verbringt seinen Freiwilligendienst im Volunteer Centre Skopje, sein Projekt wird kofinanziert von der Europäischen Union.
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