Julien in Balvi, Latvia// 1.Bericht

Kalt, ruhig, herausfordernd.
Lettland ist das und noch viel mehr für mich, es bringt mich an meine Grenzen, zeigt mir neue Dinge und Erfahrungen und bringt mir neue Kontakte.
Alles verändert sich und ich lerne dabei, langsam aber stetig, immer besser wie die Welt funktioniert.

So weit getrennt von Familie, Freunden und allem was Zuhause bedeutet, waren die ersten 2 Monate hier eine echte Herausforderung. Plötzlich war ich in einer ganz neuen, unbekannten Umgebung. Hatte vollkommen neue Aufgaben, Verantwortungen und musste mich selbst versorgen, das war alles ziemliches Neuland für mich.
Aber ich hab es geschafft und mich an die neuen Umstände hier gewöhnt. Meine Kollegen und Mit-Freiwilligen haben das alles für mich um einiges einfacher gemacht, indem sie mir einfach mit unfassbar viel Offenheit, Respekt und Ehrlichkeit entgegengekommen sind. Das hat für mich einfach zu guten Bindungen mit so gut wie allen geführt, was mir voll viel Sicherheit und Zuversicht für unsere gemeinsame Zusammenarbeit gibt.
Es gab leider auch die ein oder andere Spannung während dieser Zeit, sei es nun aufgrund von Missverständnissen, unterschiedlichen Meinungen oder einfach dem Stress des Zusammenlebens. Aber am Ende des Tages konnte ich alle Konflikte soweit gut klären, ich bin also zuversichtlich, dass das auch in Zukunft so gut weiterläuft.

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen selbst ist keine unüberwindbare Herausforderung, hat jedoch trotzdem einiges an Zeit und Mühe gekostet, um sich an dieses Arbeitsformat zu gewöhnen. Es fließt ein Großteil der Zeit in die Vorbereitungen für die jeweiligen Arbeitsstellen, seien es Aktivitäten für die Jugendcenter, passende Dekorationen, sportliche Spiele oder Bastelaufgaben für den Kindergarten.
Aber das ist in Ordnung, denn diese ruhige Zeit braucht man auch wirklich, entweder zur Erholung oder zur weiteren Vorbereitung noch langen Abenden, voller Spiele, Musik, Kahoots oder Kochworkshops in den Jugendzentren. Diese abendlichen Aktivitäten, nach Schulschluss sind ein fester Bestandteil unserer Arbeit und geben uns viele Möglichkeiten mit Jugendlichen auf einer vertrauten und entspannten Ebene zu connecten, sie kennenzulernen und ihnen einfach eine schöne, und vielleicht sogar lehrreiche, Erfahrung zu ermöglichen.

Die Altersgruppen variieren je nach Tag und Standort stark, doch es ist in jedem Fall eine Arbeit, die ich mir selbst noch vor 2 Monaten kaum zugetraut hätte. Durch die Unterstützung der anderen Freiwilligen und meiner Kollegen wird zwar alles um einiges einfacher, doch ich finde mich immer noch recht oft vor Herausforderungen wieder. Ob nun ein Spiel für unterschiedliche Altersgruppen, eine komplizierte Workshop Idee oder ein nur halb geplanter Workshop, der trotzdem laufen muss. Mein Projekt hier stellt mich immer wieder vor neue Hürden und fordert mich heraus, und das mag ich irgendwie.
Doch es ist alles sehr gut verkraftbar. 🙂

Der Krux liegt in meinen Freizeitaktivitäten, die mit guten 13 Stunden pro Woche dann doch einiges an Freizeit in Anspruch nehmen. Ich bin also selbst in dieser, recht kleinen, Stadt ständig auf Achse und beschäftigt. Und ob ich jetzt gerade Gewichte stemme, Tänze übe, Lettisch lerne oder im Einklang mit meinem Chor singe hängt eigentlich nur von Tag und Uhrzeit ab. xD
Zumindest wird es mir hier nicht langweilig, schätze ich.
Im Kochen werde ich auch immer besser und so langsam kann ich auch die ein oder anderen Klassiker aus dem Kopf und einige extravagantere Gerichte mit einem Rezept sehr gut zubereiten. Es hilft natürlich, wenn man für 4 Personen kochen kann und nicht nur für eine, aber ich bin trotzdem recht stolz auf meine, jetzt bewiesene, Eigenständigkeit.

Meine bisher schönsten Erfahrungen drehen sich jedoch trotzdem um unsere verschiedenen Ausflüge in die verschiedenen Teile von Lettland. Einige wenige Beispiele sind etwa unser on-Arrival Training in Jūrmala in dem wir viele wunderbare neue Bekanntschaften mit anderen Freiwilligen aus ganz Lettland gemacht und die wunderschöne Stadt mit ihrem den Strand erkundet haben. Sowie unser gemeinsamer Trip nach Sigulda, bei dem wir die wunderschöne Stadt mal im Herbst erlebt haben. ^^
Ich hoffe, wir werden noch viele dieser Erlebnisse machen und auch mit den Jugendlichen und Kollegen auf der Arbeit einige weitere schöne Momente verbringen.
Aber das wird schon alles, unser FSJ ist ja noch lang. 😀

Julien verbringt ihren Freiwilligendienst bei NGO Kalmars , ihr Projekt wird kofinanziert von der Europäischen Union.

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