Fynn, Judit and Paul in Tbilisi, Georgien // Abschlussbericht

Wir erinnern uns, als nach nur gut einem Monat in Georgien unsere WG aus Freiwilligen darüber redete, wie schnell doch dieser Monat vorbeigegangen sei. Das gleiche Gespräch folgte dann auch nach drei und fünf Monaten. Nun, wo ein knappes Jahr in Georgien vorbei ist, wundern wir uns ein letztes Mal, wie schnell all das vorbei ging, denn unser Freiwilligendienst ist beendet und wir fahren, fliegen oder reisen alle peu à peu zurück nach Hause.

Dass die zehn Monate, die einem vor dem Freiwilligendienst noch so lang vorkamen, so schnell vorbei waren, liegt auch daran, dass die letzten Wochen und Monate sehr intensiv und von Erlebnissen gefüllt waren. Denn neben den Verabschiedungen von anderen Freiwilligen rund um Georgien, die die letzten Wochen zu einer einzigen Abschiedsparty machten, bekamen wir auch noch neue short-term-Freiwillige bei Droni und auf die kurze verbleibende Zeit konnten wir noch neue Freundschaften schließen.

Die Ankunft von neuen Freiwilligen ließ einen noch einmal zurückblicken auf die eigene Ankunft und Anfangszeit. Wir kamen aus den unterschiedlichsten Ecken Deutschlands und kamen auch aus unterschiedlichen Gründen nach Georgien. Judit und Paul waren gerade mit der Schule fertig und es war für beide das erste Mal, so lange und so weit weg von allem bisher Bekannten zu sein. Bei beiden fiel die Wahl auf Georgien aufgrund dessen, was man über das Land gelesen, gehört oder sonstwie nachgeforscht hat. Fynn hatte gerade seinen Bachelor hinter sich gebracht und entschied sich für einen Freiwilligendienst in Georgien, da ihn das Land auf einer Reise begeistert hatte.

Schon zu Beginn wurde uns Freiwilligen schnell klar, dass wir gut zusammenpassen werden. Über die folgenden zehn Monate verbanden uns viele gemeinsame Erlebnisse. Es ist im Nachhinein schwer zu sagen, welche davon, ob Skifahren im Kaukasus, Hitchhiking durch das Land oder das Nachtleben in Tiflis, die besten waren, um nur ein paar Höhepunkte zu nennen.

Doch neben den vielen schönen Dingen gab es natürlich auch unschöne Momente. Um ein offensichtliches Thema anzusprechen, bedrückte uns die politische Lage in Georgien natürlich alle immer mehr, je länger wir in dem Land waren und je mehr Georgier:innen wir kennenlernten. Es ist ein seltsames Gefühl, dem drastischen Demokratieabbau eines Landes, das einem mitsamt seinen Menschen ans Herz gewachsen ist, so nah mitzuerleben, um es dann zu verlassen. Eine erst einmal deprimierende Lektion, wenn man ehrlich ist. Wobei der angehende Kampf der Zivilbevölkerung sehr inspirierend ist. Und auch die Arbeit bei Droni macht in solch einer Zeit Hoffnung, da man mit so vielen Menschen bei unterschiedlichsten Workshops und Projekten daran mitarbeiten kann, einen Raum für eine offene Gesellschaft zu gestalten. Ich denke, dass diese Zeit in Georgien uns verdeutlicht hat, wie wichtig es ist, für die eigenen Werte einzustehen und dass es sich immer lohnt, egal ob die Lage deprimierend wirkt.

Das ist aber natürlich nicht das einzige, was wir nach diesem spannenden Jahr mitnehmen. Es ist natürlich schwer, so früh genau zu sagen, was genau sich das Jahr auf uns ausgewirkt hat, jedoch lässt sich mit Sicherheit sagen, dass sich die Arbeit bei Droni, das Leben in einem fremden Land und das Auseinandersetzen mit der georgischen und eigenen Lebensweise und Kultur gut auf die eigene Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein ausgewirkt hat. Und natürlich nehmen wir auch ein neues Netz aus Freundschaften und Bekanntschaften mit.

Nach allen Höhen und Tiefen dieses Jahres in Tiflis können wir alle sagen, dass wir froh sind, diese Reise angetreten zu haben. Dazu muss man sagen, dass die Zeitspanne von knapp einem Jahr perfekt für uns war, um das Land kennenzulernen, viele neue Erfahrungen zu sammeln und sich auf die nächsten Schritte im Leben vorzubereiten. Wir können jedem, der es in Erwägung zieht, empfehlen, einen Freiwilligendienst wie unseren zu machen.

Judit and Fynn verbringen ihren Freiwilligendienst bei DRONI, ihr Projekt wird ko-finanziert von der Europäischen Union.

Paul verbringt seinen Freiwilligendienst bei GoGroup, sein Projekt wird ko-finanziert von der Europäischen Union.

Wenn du etwas Ähnliches wie Judit, Paul und Fynn erleben möchtest, schau dir unsere Calls hier an.