Lisa in Miercurea Ciuc, Rumänien // 2.Bericht

Erst gestern bin ich in Zürich in den Flieger gestiegen und nach Bukarest geflogen. Erst gestern habe ich meine Mitbewohnerin Lotti kennengelernt und erst gestern sind wir gemeinsam in Csíkszereda (oder auf Rumänisch Miercurea-Ciuc) angekommen.

Dass gestern schon vier Monate her sein soll, kommt mir surreal vor. Dabei ist in dieser Zeit so unglaublich viel passiert.

Seit meinem letzten Blogpost vor zwei Monaten hat sich für mich persönlich einiges verändert. Zum einen habe ich inzwischen das Gefühl, so richtig in Transsylvanien angekommen zu sein. Inzwischen habe ich Routinen entwickelt, kenne die Basics der ungarischen Sprache, komme meistens ohne Google Maps zurecht und habe auch mehr Kontakt zu einheimischen Freiwilligen.

Zum anderen gab es auch in meinem Projekt große Veränderungen. Anfang November waren sowohl Lotti als auch ich etwas frustriert. Das Projekt war nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Wir verbrachten sehr viel Zeit im Büro und arbeiteten fast gar nicht mit Kindern zusammen. Lotti hat sich dann Mitte November dazu entschieden, das Projekt zu verlassen und ich habe das Gespräch mit meiner Koordinatorin gesucht. Sie war sehr offen für meine Vorschläge und nach dem Gespräch haben sich meine Aufgaben tatsächlich verändert. Ich arbeite jetzt einmal pro Woche im Kindergarten und jeden Freitag bin ich in einem Homeschooling-Projekt.

Inzwischen bin ich sehr zufrieden mit meinen Aufgaben und ich kann allen zukünftigen Freiwilligen nur ans Herz legen, alle Probleme so früh wie möglich anzusprechen.

Neben dem Projekt habe ich auch viel erlebt.

Anfang Dezember haben ein paar andere Freiwillige und ich einen Roadtrip durch den Westen Rumäniens unternommen. Dabei ist mir nochmal so richtig bewusst geworden, wie wunderschön dieses Land ist. Wir sind durch die Berge gefahren und wir haben in fünf Tagen vier verschiedene Weihnachtsmärkte besucht (die es locker mit denen in deutschen Städten aufnehmen könnten).

Das Wochenende danach sind wir zu einer Hütte am Lonely Rock gewandert und haben dort übernachtet.

Ich habe viele Spaziergänge mit Hündin Lizzy unternommen und war ein paar Mal im Dogshelter. Wir haben viele Spieleabende zusammen verbracht, Plätzchen gebacken und Eishockeyspiele besucht. Neben den anderen ESC-Freiwilligen durfte ich auch sehr viele Short-Term-Freiwillige kennenlernen, unter anderem aus Singapur, Abu-Dhabi, Indonesien, Indien oder Irland.

Die letzten beiden Monate waren für mich sehr aufregend, ich habe viel über mich selbst gelernt, hatte Höhen und Tiefen, insgesamt fühle ich mich aber sehr wohl hier. Zu wohl, um in zwei Monaten schon wieder nach Deutschland zu gehen. Deswegen habe ich mein Projekt auf Anfang Juni verlängert und ich bin schon sehr gespannt, was die nächsten fünf Monate noch bringen werden.

Szíasztok!

Lisa

 

Lisa verbringt ihren ESK Freiwilligendienst bei Care2Travel, ihr Projekt wird kofinanziert von der Europäischen Union.