Einen Schlitten in Rumänien aufzutreiben, ist gar nicht so leicht, wie man vielleicht denkt. Um ehrlich zu sein, haben wir es allerdings auch gar nicht so richtig probiert. Zu groß war die Lust, das Schlittenfahren notdürftig mit einer Mülltüte, einem steilen Hang und einer Menge Anschieben auszuprobieren. Man wird eben kreativ, wenn man ein bisschen zu faul ist, um es sich leicht zu machen.
Durch den etwas härteren Winter, als wir es gewohnt sind, sind unsere letzten Monate in Rumänien von Schnee und Eis begleitet gewesen. Solch eine Seltenheit in unserem Leben lassen wir uns nicht entgehen und so füllen viele Schneespaziergänge unseren Alltag, aber leider auch das gelegentliche Ausrutschen. In den Bergen zu leben, bietet natürlich auch die perfekte Möglichkeit, Ski und Snowboard zu fahren, sodass ein kleiner Tagestrip einfach umzusetzen war. Der Kontrast zwischen dem weißen Schnee und dem Dunkel der Berge und Wälder saugt uns auf die beste Art und Weise ein. Trotzdem freuen wir uns über jeden sonnigen Tag und jede klare Luft, wo der Nebel einmal nachlässt und wir die Berge klar auf unserem Spaziergang zum Büro erkennen können. Spaziergänge und Filmabende sind die Traditionen, die zu Gewohnheiten geworden sind und unseren Alltag am meisten prägen.
Wenn wir bei diesen Spaziergängen durch die Stadt laufen, sind wir teilweise schon sehr überrascht, wie oft es vorkommt, dass uns jemand mit einem wissenden Lächeln entgegenkommt. Langsam merken wir nämlich, was durch Care2Travel und unsere Arbeit für eine Gemeinschaft in der Stadt entsteht. Der Care2Travel-Kosmos besteht aus Schülern der Art School, die wir unterrichten, sowie aus Schülern anderer Schulen, deren Fragen über den ESC wir bei “menschlichen Bibliotheken” oder Präsentationen beantworten. Aber auch aus den Teilnehmern der Clubs und Quiz-Nights, die uns mittlerweile treu jeden Dienstag und Mittwoch motiviert entgegenblicken, gespannt auf den neuen Club, den wir vorbereitet haben. In den letzten Monaten entwickelte sich eine Vertrautheit in unseren Aktivitäten, die bewiesen wird durch intensive Diskussionen und emotionale Offenheit. Es entstehen auch Freundschaften, welche in gemeinsamen Kinobesuchen mit Teilnehmern enden.
Im Vergleich zu den ersten Monaten merken wir, dass wir sehr viel gelassener unsere Aufgaben in Angriff nehmen und diese Gelassenheit auch unseren Projekten guttut. Wir vertrauen auf unsere Fähigkeiten und Ideen. Mit jedem Club, jeder Quiz Night wächst unser Selbstvertrauen.
Neben den gemeinsamen Aktivitäten mit dem Community Inclusion Projekt, in dem Leonie ist, wird unserem Projekt auch die Mitarbeit an Büroaufgaben angeboten. Dabei können wir dann manchmal unsere kreativen Interessen mit einfließen lassen. Canva ist bei all unseren Tätigkeiten unser (mal mehr, mal weniger gut) treuer Begleiter. Allgemein ermöglicht die Kommunikation mit dem Care2Travel Team uns viele Freiheiten und Vertrauen, die unsere Arbeit flexibel und divers macht.
Kurz nach der Winterpause war es Zeit für unser Midterm-Meeting, in dem wir weitere Freiwillige aus ganz Rumänien getroffen haben. Manche kannten wir noch von unserem On-Arrival Training ganz am Anfang unserer Freiwilligenzeit, welches wir aber online gemacht haben, weshalb es sehr schön war, sie live zu treffen. Neben den Aktivitäten, bei denen wir uns über die vergangenen Erfahrungen ausgetauscht, über die Überwindung von Problemen diskutiert und über unsere Zukunftsmöglichkeiten gesprochen haben, waren wir auch viel mit den anderen Freiwilligen beschäftigt. Zum Beispiel hatten wir ein sehr musikalisches Abendprogramm, in dem jeder seine Singkünste beim Karaoke zur Schau stellen konnte.
Zusammen mit unserer Freiwilligengruppe hier in Miercurea Ciuc haben wir ein witziges Video über uns, die Umgebung und unsere Projekte gedreht, da wir es für das Midterm-Meeting brauchten. Wir hatten viele Ideen und sehr viel Spaß dabei. Falls ihr interessiert seid, findet ihr es auf dem Youtube Kanal von Care2Travel (https://youtu.be/0Llh8YA1eiE?si=OpYsmZ_xIcZY7Try).
Als Freiwillige*r hat man die Möglichkeit seine eigene Heimat im Rahmen einer Intercultural Night zu präsentieren. Meine Projektpartnerin Mattea und ich (Leonie) waren vor Kurzem dran und da wir mehrere Freiwillige aus Deutschland haben, wollten wir einen kleinen Twist reinbringen. Aus unerklärlichen Gründen hatte ich das Bedürfnis, den anderen etwas über Bernd das Brot zu erzählen, weshalb wir als Thema dann “Prime Time in Germany” präsentiert haben. Dort haben wir den Zuschauenden die deutsche Fernsehkultur näher gebracht und über ikonische Charaktere, die Deutschland prägen, berichtet. Natürlich durfte Susanne Daubner, während sie die Jugendwörter des Jahres präsentiert, nicht fehlen!
Es war ehrlich gesagt doch ein bisschen länger her, dass ich eine Präsentation in diesem Ausmaße gehalten habe, weshalb ich nervös war und was außergewöhnlich war, war die Tatsache, dass wir die Präsentation auch auf Ungarisch halten mussten. Dafür haben wir Unterstützung von einer Freundin von uns, die eine lokale Freiwillige ist, bekommen, sodass wir zu dritt präsentiert haben. Es lief eigentlich ganz gut und am Ende haben wir dann Snacks verteilt, wobei Mattea Franzbrötchen gebacken hat und ich Bernd das Brot auf Toast rekonstruiert habe.
Neben dem Eishockeyverein gibt es hier auch einen großen Fußballverein, FK Csíkszereda Miercurea Ciuc. Bei einem der Schulbesuche lud eine der Schülerinnen mich(Frida) ein, mit ihr zum Fußballtraining zu gehen. Das Angebot konnte ich nicht ausschlagen, sodass ich über die Weihnachtsferien meine Fußballschuhe von Zuhause mitnahm. Im Februar trainierte ich dann das erste Mal mit und es hat mir sehr gefallen. Das Training ist fordernd und für mich eine super Abwechslung zu den Methoden, die ich von meinem alten Verein kenne. Es ist ein U21 Team, aber die Spielerinnen sind alle 16/17 Jahre alt… Trotzdem wurde ich gut aufgenommen und sie probieren so gut es geht, sich mit mir auf Englisch und sogar Deutsch zu unterhalten. Wenn wir auf dem Platz sind, reden die Trainer aber nur auf Ungarisch, wodurch ich die Zahlen, Farben, Links und Rechts verstehe, den Rest aber entweder einfach nachmache oder eine Übersetzung von den Spielerinnen, die gut Englisch sprechen bekomme. Mir macht es sehr Spaß, auch wenn die Sprachbarriere manchmal unangenehme Situationen hervorruft. Vielleicht kann ich sogar an ein/zwei Spielen teilnehmen.
Die Halbzeit unseres Aufenthalts hat uns nun bereits eingeholt und mit Beginn des Februars stehen für uns noch verschieden lange Perioden hier in Rumänien in Aussicht. Nachdem Leonie in knapp einem Monat bereits auf dem Heimweg ist, haben wir das Gefühl, uns schleicht die Zeit langsam davon. Wir versuchen sie zu füllen mit vielen erinnerungswürdigen Momenten. Die Trips, um Rumänien zu erkunden, lassen nicht nach und langsam haben wir das Gefühl, fast das ganze Land zu kennen.
Für uns steht jetzt noch ein spannender Urlaub in der Türkei an. Da die Zeit wirklich schnell vergeht, versuchen wir, aus jedem Moment das Beste zu machen und so viel zu genießen wie möglich!
~Aimee, Leonie, Frida
Leonie, Aimee und Frida verbringen ihren Freiwilligendienst bei Care2Travel. Ihr Projekt wird von der Europäischen Union kofinanziert.
Wenn du etwas Ähnliches wie Leonie, Aimee und Frida erleben möchtest, schau dir hier unsere Calls hier an.





