Henrik in Danzig, Polen // Abschlussbericht

Nachdem ich nach circa 2 Monaten meinen ersten Bericht geschrieben hatte, kam nach der bis dato ausschließlich sehr guten Zeit und in den zwei Wochen vor meinem Heimatbesuch ein kleines Tief auf mich zu, da ich leicht krank wurde. Dementsprechend habe ich nicht wirklich viel gemacht, um mich zu schonen, bin aber trotzdem nicht richtig gesund geworden. Glücklicherweise war ich wieder fit, als es dann nach Hause ging. Danach gingen die ersten zwei bis drei Wochen (von dann auch nur noch insgesamt fünf…) sehr schnell vorbei, sodass ich mich dann gefühlt nochmal beeilen musste, um mir noch alles Sehenswerte in der Umgebung anzuschauen… So habe ich mir an einem Wochenende Toruń angesehen, war in Gdynia und auf Hel und habe verschiedene Dinge in Danzig besichtigt. Über die letzte Woche muss ich allerdings ehrlich sagen, dass die Vorfreude auf zu Hause stark überwog und ich auch keine große Lust mehr hatte, Tourist zu spielen. Aber so muss das wahrscheinlich auch sein, wenn nach längerer Zeit die Heimkehr zum Greifen nah ist.

Die Abschiede auf der Arbeit waren sehr schön, aber natürlich auch sehr traurig. Ich habe tolle Abschiedsgeschenke und Erinnerungen bekommen, über die ich mich sehr freue. Ich habe meinen Senioren an beiden Arbeitsplätzen jeweils ein Spiel als Andenken geschenkt, das dann natürlich bis zum Schluss ausreichend gespielt werden musste, um es allen interessierten beizubringen.

Nach meiner Woche in Deutschland hatte ich zudem begonnen, mich den Gemeindetreffen für Jugendliche anzuschließen, die jeden Freitag im Gemeindehaus, in dem ich untergebracht war, stattfinden. Ich wurde mit offenen Armen empfangen und habe sehr schnell sehr viele nette Menschen kennengelernt und neue Erfahrungen gesammelt. Das letzte Treffen, das gleichzeitig das Weihnachtstreffen war, wird mir besonders in Erinnerung bleiben.

Nach 4 Monaten in Danzig sitze ich nun wieder zu Hause, froh über die gesammelten Erfahrungen, aber auch darüber, wieder zu Hause zu sein. Rückblickend war es eine krasse Erfahrung mit großem Lerneffekt in allen Bereichen. Nun schreibe ich schon meinen Abschlussbericht und beantworte reflektierende Fragen.

Warum hast du dich für die Teilnahme am ESK entschieden?

Ich habe mich für den Freiwilligendienst entschieden, um eine neue Sprache und Kultur kennenzulernen, bevor ich an die Uni gehe. Das hat, würde ich sagen, auch gut geklappt.

Was ist deine schönste Erinnerung an deinen Freiwilligendienst?

Eine meiner schönsten Erinnerungen ist, wie sich meine Senioren auf der Arbeit immer gefreut haben, wenn sie mich gesehen haben, ganz besonders, wenn das letzte Mal schon etwas her war. Das war das Erste, was mir gerade in den Kopf kam, aber je länger ich über die Frage nachdenke, desto unmöglicher scheint es, sie klar und eindeutig mit einer Sache zu beantworten, weil da so viel Schönes ist.

Was sind drei Dinge, die du aus deinem Freiwilligendienst gelernt hast?

Erstens habe ich Polen, sowohl die Sprache, als auch die Menschen und ihre Kultur, zumindest ein bisschen gelernt bzw. kennengelernt. Zweitens habe ich dadurch auch die Deutsch-Polnische Geschichte und das daraus resultierende heutige Verhältnis der beiden Staaten besser verstanden. Und drittens habe ich gelernt, was es heißt, mehr oder weniger allein zu leben, und sich viel aktiver um seine (privaten) sozialen Kontakte kümmern zu müssen, da man in dieser Situation eben nicht immer jemanden um sich hat.

Was hat dir an deinem Freiwilligendienst am besten und am wenigsten gefallen und warum?

Am besten gefallen hat mir die Selbstständigkeit und Freiheit, die man während des Freiwilligendienstes hat, obwohl es auch eine Herausforderung ist, damit umzugehen. Am wenigsten gefallen hat mir das Wissen, dass ich das alles nur auf einen begrenzten Zeitraum mache, bzw. der daraus folgende Hintergedanke, dass es sich deshalb nicht lohnt, etwas größeres Neues aufzubauen (Beziehungen, Hobbies, usw.), da man ja sowieso nach absehbarer Zeit nicht mehr vor Ort sein wird. Dieser Gedanke kann bremsen und von neuen, bereichernden Erfahrungen abhalten.

Wie denkst du, dass diese Erfahrung deine Persönlichkeit und deine Zukunft beeinflussen wird?

Ich hoffe, dass ich besser darin werde, mich aktiv um zwischenmenschliche Beziehungen zu kümmern, da mir durch diese Erfahrung nochmal klarer wurde, wie wichtig und nicht selbstverständlich diese sind.

Würdest du diesen Freiwilligendienst bei deiner Aufnahmeorganisation und auch allgemein anderen empfehlen? Wenn ja, warum?

Definitiv. Es war eine prägende Erfahrung, und auch wenn natürlich nicht immer alles perfekt sein kann, lernt man auch gerade dadurch unglaublich wichtige Dinge.

 

Henrik verbringt seinen Freiwilligendienst bei Caritas Archidiecezji Gdańskiej, seinen Projekt wird kofinanziert von der Europäischen Union.

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