Gamarjoba!
Die letzten Monate in Georgien sind wie im Flug vergangen, der Winter hat uns besucht und der Frost hat sich auf die Straßen Tbilisis gelegt. Der Schneefall, die radikale winterliche Straßenbeleuchtung und ein Pseudoweihnachtsmarkt im Stadtzentrum (nichtsdestotrotz eindrucksvoll) waren weihnachtliche Vorboten.
Alles hat sich plötzlich langsamer bewegt, wahrscheinlich weil mittlerweile auch immer mehr Routine eingekehrt ist. Ich habe im Jugendzentrum Kekse dekoriert und wir haben uns über unterschiedliche deutsche & georgische Weihnachts- und Neujahrstraditionen ausgetauscht. Währenddessen wurde in unserer WG viel Zeit mit Katzen, Lichterketten, Tee, abendlichen Balkonsessions und Glühwein verbracht. Wir hatten eine lange Winterpause, in der ich über die Festtage meine Familie besucht habe.
Dann gings wieder los. Im Office haben wir weiterhin Workshops unterstützt und hatten auch wieder die Chance, eigene Workshops zu halten. Sehr prägend und intensiv war unsere Arbeit an dem Schreiben eines eigenen Erasmus+-Projekts. Zu dritt haben wir einen Youth-Exchange zum Thema Hatespeech konzipiert, Partnerorganisationen aus verschiedenen Ländern ausfindig gemacht und ein Formular mit scheinbar unendlich Fragen dazu ausgefüllt. Die Monate davor hatten wir super hilfreiche wöchentliche “Project Writing” Workshops, um uns zu erklären, wie wir das Ganze angehen müssen. Es war ein Kraftakt unser Projekt bis zur Deadline einzureichen, aber dafür haben wir viel in süßen Cafés gearbeitet, die es in Tbilisi reichlich gibt, und irgendwie hat es Spaß gemacht, sich derart in etwas zu vertiefen.
Ein Arbeitshighlight waren die internationalen Filmabende bei Droni, bei denen Filme aus verschiedenen Ländern gezeigt und diskutiert werden. Nicht zu vergessen sind auch die ausgiebigen Shoti (traditionelles georgisches Weißbrot in Kanuform) und Frischkäse Mittagspausen im Office sowie die stets amüsanten Monday-Morning-Meetings, bei denen wir alle zusammen die Aufgaben der vorherigen und kommenden Woche besprechen.
Wir sind eine sehr bunt zusammengewürfelte Truppe und haben eine meistens sehr lustige Gruppendynamik. Ich finde, es fehlt immer direkt etwas, wenn einer von uns mal eine Zeit nicht da ist.
Wir mussten uns in letzter Zeit von vielen alten Volunteers verabschieden, haben aber gleichzeitig auch viele neue kennengelernt. Seit einigen Monaten leistet uns Langzeitfreiwilligen eine immer wechselnde Gruppe von ca. 8 internationalen Kurzzeitfreiwilligen Gesellschaft. Sie verbringen immer 2 Monate in einem von uns im Prinzip unabhängigen ESC Projekt bei Droni. Mittlerweile haben wir bereits die 3. Generation Shortterms. Es ist super schön die Gelegenheit zu haben in unserem Arbeitsumfeld so viele neue Menschen kennenzulernen, aber gleichzeitig ist es immer ein Kommen und Gehen, mit dem man sich erstmal arrangieren muss. Das fällt manchmal ein wenig schwer.
Natürlich habe ich auch ein paar Ausflüge unternommen.
Wir haben zusammen Freiwillige in Ozurgeti, einer kleinen Stadt in der Nähe des Schwarzen Meeres, besucht und Geburtstag gefeiert. Mit Freunden habe ich Yerevan, die Hauptstadt von Armenien, erkundet und das Wohnheim der dortigen Freiwilligen besucht. Außerdem waren wir in Baku, am Kaspischen Meer und sind ein bisschen mit den Freiwilligen, die da wohnen und die wir beim On-Arrival-Training getroffen haben, in Aserbaidschan rumgereist. Es war super interessant mehr über die Kultur, die Menschen und den historischen Hintergrund sowie die jetzige politische Lage der zwei Kaukasusländer zu lernen, zu erleben und sich damit auseinanderzusetzen.
Ansonsten: weitere Stadterkundung, schneebedeckte Berge wohin das Auge schaut, Museums- und Keramikstudiobesuche, tanzen, Barabende, zusammen Würfeln, gemeinsame georgische Restaurantfestmahle, …
Langsam fühlt sich Tbilisi wirklich ein bisschen wie zu Hause an – ich freue mich auf die nächsten 3 Monate 🙂
Bis demnächst!
Bilderverzeichnis:
1- Ein Winterbild, das ich mit einem Kind aus dem Jugendzentrum zsm gemalt habe, das mir geschenkt wurde und das ich ab jetzt immer in Ehren halten werde.
2 – Eine Musikbar in Yerevan, in der sie die ganze Zeit armenische Musik gespielt haben und wo super viel wild getanzt wurde.
3 – Tee 😛
4 – Der Erasmus+ Project Writing Café Hustle.
Eika verbringt ihren Freiwilligendienst bei DRONI, ihr Projekt wird kofinanziert von der Europäischen Union.
Wenn du etwas Ähnliches wie Eika erleben möchtest, schau dir unsere Calls hier an.





