Clemens in Tbilisi, Georgien // Abschlussbericht

Es fühlt sich wie noch gar nicht so lange her an, als ich letztes Jahr im Januar vor meinem Laptop saß und verschiedene Projekte auf der Website des European Solidarity Corps durchforstete.

Die Zeit ist um einiges schneller verflogen als gedacht.

Für mich war schon lange während der Schulzeit klar, dass ich nach meinem Abschluss erstmal ins Ausland möchte. Damals entschied ich mich spezifisch für einen ESK aufgrund der Fördermittel, die für einen Freiwilligendienst nicht immer selbstverständlich sind in diesem Ausmaß. Ich erhielt hierdurch die Gelegenheit in einem fremden Land, in einer fremden Stadt über einen längeren Zeitraum zu leben, meinen Horizont zu erweitern und vieles mehr. Ich habe viele Menschen kennengelernt und Erfahrungen gesammelt, wofür ich sehr dankbar bin.

Hierbei war kulturell für mich sicherlich mein Aufenthalt bei einer georgischen Familie während Ostern am spannendsten. Dadurch, dass mein Mentor mich dorthin einlud, konnte ich miterleben, wie orthodoxes Ostern in Georgien gefeiert wird. Auch landschaftlich war der Kaukasus für mich ein echtes Highlight. Meine zweitliebste Erinnerung ist deshalb vermutlich die Besteigung des Kazbeks. Nicht nur war dies eine einmalige Aussicht auf das Gebirge, sondern es war sowohl die höchste Stelle, auf der ich mich in meinem Leben bisher befunden habe. Außerdem bin ich wahrscheinlich sonst noch nie so sehr bis an meine körperlichen Grenzen gegangen.

Aber nicht nur die Zeit irgendwo weit außerhalb von Tbilisi hat mir Spaß gemacht, sondern auch das Projekt an sich. Hierbei hat mir die Arbeit mit den Kindern an sich am meisten gefallen, besonders an den Tagen, an denen sie gut mitgemacht haben. Die größte Herausforderung war vermutlich, dass besonders in English Conversation viel Kreativität vor der Stunde gefragt war. Da ich die Kinder so viel wie möglich zum Reden bringen musste, war die Vorbereitung von genügend Gesprächsthemen oder Aktivitäten, die Sprechen beinhalten, wichtig. Die Vorbereitung auf den Englischunterricht mochte ich somit vermutlich am wenigsten, allerdings wurde ich mit der Zeit besser darin und bin an der Aufgabe gewachsen.

Meine ESK-Erfahrung hat mich auf jeden Fall insofern beeinflusst, dass ich mir sicher bin, dass ich zu einem bestimmten Zeitpunkt nochmal in einem anderen Land leben möchte. Denn diesen tiefen Einblick in ein fremdes Land bekommt man nur, wenn man dort eine längere Zeit verbringt. Ich bin auch der Meinung, dass ich viel von der georgischen Kultur lernen konnte. Zum Beispiel, dass man Dinge oft etwas lockerer sehen sollte und sich nicht zu sehr stressen lassen sollte sowie, dass Teilen oder Gastfreundschaft etwas sehr Schönes ist.

Allein aus diesen Gründen würde ich schon jedem ans Herz legen, einen Freiwilligendienst im Ausland zu machen. Ihr wagt euch aus eurer Komfortzone raus, lernt mehr über andere Kulturen sowie über eure eigene und probiert Dinge, die ihr euch zuvor vielleicht nicht hättet vorstellen können. Dies ist eine Gelegenheit, die man auf jeden Fall nutzen sollte!

Clemens

Clemens verbrachte seinen Freiwilligendienst in der Tbilisi Youth Centres Union, mit Unterstützung von Youth Association DRONI. Sein Projekt wurde kofinanziert von der Europäischen Union.