Das Erasmus+ Projekt, „Work or Workless“ (Arbeit oder arbeitslos) fand in Kayl, Luxemburg, vom 11.08.25 – 20.08.25 statt. Unsere Gruppe bestand aus Teilnehmenden aus Deutschland, Kroatien, Spanien und Luxemburg. Zehn Tage lang haben wir gemeinsam gelebt, gelernt und gelacht und uns dabei mit eine der größten Herausforderungen unserer Generation beschäftigt: die Jugendarbeitslosigkeit.
Angesprochen hat uns das Projekt, da wir uns alle gerade in einer Lebensphase befinden, wo wir vor vielen Möglichkeiten und Entscheidungen stehen: Wie geht es weiter? Sollen wir weiterstudieren, ins Berufsleben einsteigen, einen Freiwilligendienst im Ausland machen oder etwas völlig Neues ausprobieren? Solche Fragen können manchmal ziemlich überwältigend wirken. Der Austausch mit anderen jungen Menschen, die ähnliche Zweifel haben – wenn auch aus unterschiedlichen Ländern und mit verschiedenen Hintergründen – hat uns gezeigt, dass wir mit diesen Gedanken nicht allein sind.
Das Programm setzte auf non-formale Lernmethoden wie Workshops, Diskussionen, Spiele und kreative Aufgaben. Besonders war, dass wir nicht nur zuhören, sondern aktiv mitgestalten konnten. Jeder Tag brachte Neues – von lockeren Einstiegen bis zu Gesprächen über Arbeitslosigkeit, gesellschaftliche Erwartungen und die Verbindung von persönlichen Interessen mit beruflichen Chancen. Einige Beispiele sind:
Workshop Bewerbungsgespräch: Bei diesem Workshop wurde für jeden persönlich ein Jobinterview simuliert. Dabei bewarben wir uns jeweils auf eine fiktive Stelle unserer Wahl. Ein Bewerbungsgespräch nicht in der Muttersprache zu führen, war für jeden von uns eine Herausforderung und Bereicherung zugleich. Ein konstruktives Feedback und die Erfahrungen werden wir sicher in kommenden Jobinterviews anwenden können.
Workshop Lebenslauf: Bei dem Workshop wurden uns einige Tipps gegeben, wie wir unseren Lebenslauf (CV) gestalten können. Für manche war es das erste Mal, einen CV auf Englisch zu schreiben oder sogar der erste überhaupt. Bei der Vielfalt an Möglichkeiten, die es für einen Lebenslauf gibt, war das Feedback sehr hilfreich und unsere verbesserten CVs können wir sicher in Zukunft bei der Arbeitssuche gut mit einbringen.
Workshop junge Arbeitslosigkeit: Hier haben wir uns in Kreisgruppen aus allen Nationen zusammengefunden und die Lage im eigenen Land geschildert. Hierbei kamen interessante und anregende Konversationen zustande, in denen ein ganz neuer Einblick in die jeweiligen Länder gewonnen werden konnte.
Eines der einprägsamsten Erlebnisse war ein praktischer Workshop, bei dem wir für einen Tag eine Bar geführt haben. Wir mussten uns als Team organisieren, Aufgaben planen, Essen und Getränke vorbereiten, Geld verwalten und echte Gäste bedienen. Das war zwar stressig, aber auch spannend – und am Ende waren wir stolz auf das Ergebnis. Diese Erfahrung hat gezeigt, wie viel man durch praktisches Ausprobieren lernen kann: Teamarbeit, Problemlösung und Kommunikation – Fähigkeiten, die im Berufsleben wichtig sind, aber in Schule und Uni oft zu kurz kommen.
Neben Workshops haben wir auch Ausflüge unternommen. Gemeinsam wurden wir in einem privaten Reisebus von unserer Unterkunft nach Schengen gefahren, wo 1985 das Schengener Abkommen von fünf europäischen Ländern unterzeichnet wurde – der Beginn des heutigen Schengen-Raums mit offenen Grenzen. Vor Ort bekamen wir eine Tour durch das Dorf, erfuhren mehr über die Geschichte des Abkommens und besuchten das Schengen Museum.
Wir hatten auch die Gelegenheit, Luxemburg-Stadt zu besuchen, wo wir die Stadt erkundeten und einen Einblick in die Geschichte, Kultur und Vielfalt des Landes bekamen. Ein weiterer sehr aufschlussreicher Moment war unser Besuch bei ADEM in Esch-sur-Alzette, der nationalen Arbeitsagentur. Dort erhielten wir Informationen über die aktuelle Beschäftigungssituation in Luxemburg, die Unterstützung für Arbeitsuchende sowie die Instrumente, mit denen Menschen ihre berufliche Laufbahn neu ausrichten können.
Ein weiteres Highlight des Austauschs waren die kulturellen Abende. Spanien, Deutschland und Kroatien gestalteten jeweils Abende voller Musik, Spiele, Traditionen und – am wichtigsten – Essen! Wir konnten die typischen Gerichte der anderen probieren, mehr über ihre Bräuche erfahren und gemeinsam unsere Vielfalt feiern. Diese Abende haben uns einander nähergebracht und gezeigt, wie reich die europäischen Kulturen sind.
Insgesamt war die Gruppenatmosphäre sehr angenehm. Da alle Teilnehmenden bei allen Workshops dabei waren, entstand schnell ein gutes Gruppenklima und Gemeinschaftsgefühl. Zwischen den Workshops gab es immer wieder Kaffeepausen, mit vielen Snacks und Obst, die viel Gelegenheit boten, ins Gespräch zu kommen. Genauso beim gemeinsamen Essen, welches von unserem sehr geschätzten Koch-Team großzügiger Menge täglich frisch vorbereitet wurde. Sehr schnell entwickelte sich so ein freundschaftliches Verhältnis und viele schöne Erinnerungen konnten entstehen.
Insgesamt war das Projekt gut organisiert und wir möchten all den Menschen danken, die dazu beigetragen haben, dieses Erlebnis so interessant, angenehm und unvergesslich zu machen.
Die Jugendbegegnung „Work or Workless“ wurde vom Erasmus+ Programm finanziert und von unserer Partnerorganisation Jugendtreff Käl/Téiteng durchgeführt.
Wenn du etwas Ähnliches erleben möchtest, schau dir unsere Calls hier an.






