Maite in Tirana, Albanien // Abschlussbericht

Ich habe mein Versprechen an mich selber gehalten und die letzten Monate in Albanien nochmal voll und ganz im Moment gelebt. Besonders die letzten zwei Monate waren gefüllt mit wunderschönen Momenten, gemeinsamen WG-Kochabenden, dem Genießen der ersten Sonnenstrahlen vor dem Büro, am Meer entspannen, Second-Hand shoppen, reisen und so vieles mehr. Es war wirklich wunderschön, das Wetter wurde wieder gut und alle sind ein bisschen aufgeblüht nach den ganzen Regenmonaten.

Im Februar haben mich Familie und Freund*innen besucht und ich habe mir eine Woche frei genommen, um mit ihnen durch Albanien  zu reisen.Ein besonderes Erlebnis war der Besuch bei der Familie einer Freundin. Dort haben uns ihre Tante und die Nachbarin aus Kaffeesatz gelesen. Ich persönlich glaube zwar nicht daran, aber es war trotzdem sehr spannend und auch witzig, so was mal mitzuerleben. Außerdem haben wir als Freiwillige gemeinsam ein Wochenende am Meer verbracht. Es war perfekt für kurze Zeit dem Trubel in Tirana zu entkommen und einfach nochmal alle zusammen Zeit zu verbringen.

Im März neigte sich dann meine Zeit in Albanien langsam dem Ende zu und ich habe versucht meine letzten Wochen möglichst gut auszukosten. Ich habe nochmal intensiv bei den Projekten und in den Schulen mitgeholfen und hatte tolle letzte Erlebnisse mit den Kindern.

Alles zum letzten Mal machen/sehen war sehr nostalgisch, aber es gehört nun mal dazu. Ein großes Highlight war die feministische Demonstration am 8. März. Eine Freundin und ich hatten bereits an den Planungstreffen teilgenommen, sodass wir das Kollektiv schon kannten und es ein sehr empowerndes Gefühl war Teil davon zu sein. Gerade weil feministische Themen (und auch viele andere gesellschaftliche Themen) in Albanien oft noch wenig (positive) öffentliche Aufmerksamkeit bekommen und traditionelle Rollenbilder stark verankert sind. Mein letztes Wochenende haben wir in Elbasan beim „Dita e Verës“ (Sommer-/Frühlingsfest) verbracht.

Der Abschied fiel mir sehr schwer und war tränenreich, aber wie wir alle wissen zeigt das ja, dass ich eine sehr schöne Zeit hatte.

Ich habe mich für die Teilnahme am ESK entschieden, da ich ein neues Land kennenlernen wollte, neue Menschen treffen und vor allem auch sozial tätig sein wollte.

Es fällt mir schwer mich für eine schönste Erinnerung zu entscheiden, da es so viele kleine unvergessliche Momente gab. Und oft waren es auch einfach die alltäglichen Momente, lange Gespräche im Zimmer meiner Mitbewohnerin, gemeinsame Abend in der WG oder einfach das Zusammensein und Arbeiten mit den Kindern.

Auf der Busfahrt zurück nach Hause habe ich mein Albanien-Tagebuch gelesen und vieles Revue passieren lassen. Ich habe schon zwei verschiedene Versionen von mir erkannt, denn in dieser Zeit in Albanien habe ich so unglaublich viel gesehen, gelernt und bin an mir selber gewachsen.

Zum Beispiel habe ich gelernt mehr an mich selbst zu glauben. Ich habe so viele Einblicke in ein anderes Land, die Menschen, die Kultur bekommen und viel daraus mitgenommen. Und natürlich habe ich auch viel über soziale Arbeit gelernt und praktische Erfahrungen gesammelt. Diese Zeit hat mich also auf jeden Fall verändert.

Besonders gut gefallen hat mir, wie viel Mühe sich BBA im Umgang mit den Freiwilligen gibt. Die Atmosphäre war sehr herzlich, offen und freundschaftlich, was einen großen Unterschied gemacht hat. Und natürlich war die Arbeit mit den Kindern sehr bereichernd. Weniger gut gefallen hat mir, dass ich ab einem bestimmten Zeitpunkt viel Büroarbeit übernommen habe. Diese war zwar entspannt und auch witzig mit den anderen, entsprach aber eigentlich nicht immer ganz meinen Interessen. Rückblickend hätte ich früher kommunizieren sollen, dass ich wieder mehr in die Arbeit an den Schulen eingebunden sein möchte.

Ich würde meine Zeit bei BBA jederzeit wiederholen, kann sie allen nur weiterempfehlen und bin sehr dankbar für all die Erfahrungen, die ich sammeln konnte. BBA leistet unglaublich wertvolle Arbeit und du wirst sicher ein tolle Zeit in Albanien verbringen.

Maite verbringt ihren Freiwilligendienst bei Beyond Barriers, ihr Projekt wird von der Europäischen Union kofinanziert.

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