„Du bist immer in … willkommen, schreib mir einfach!“ Diesen Satz habe ich beim Midterm-Training der National Agency Turkey in Kayseri öfter gehört. Mein Instagram ist inzwischen voller neuer Kontakte und Freunde, die mich zu vielen verschiedenen Orten in der Türkei und auch darüber hinaus eingeladen haben.
Auch wenn es beim Training nicht nur darum ging, Kontakte zu knüpfen, hat es mir die Möglichkeit gegeben, viele neue Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen und ihre Projekte hier in der Türkei mit meinem zu vergleichen. Viele Projekte verfolgten ähnliche Ziele wie meines: Menschen zu helfen und ihnen unsere Kultur und Sprache näherzubringen, während wir gleichzeitig auch von ihnen lernen konnten. Es gab aber auch Projekte, die sich dafür einsetzen, unseren vierbeinigen Freunden zu helfen, zum Beispiel indem sie versuchen, Straßenhunden und Katzen ein neues Zuhause zu finden.
Das Wochenende war voller Aktivitäten, Austausch und interessanter Begegnungen. Ich hatte die Chance, viele inspirierende Menschen kennenzulernen und mehr über ihre Arbeit zu erfahren. Deshalb kann ich selbstbewusst sagen, dass die Trainings, die die National Agency für alle Freiwilligen im European Solidarity Corps organisiert, zu meinen Lieblingsmomenten während meines Aufenthalts in der Türkei gehören.
Der Aufenthalt in Kayseri hat mir auch die Möglichkeit eröffnet, die berühmten Kayseri mantısı zu probieren. Verständlicherweise wurden sie ihrem Ruf in jeder Hinsicht gerecht und ich habe sie sehr genossen. Interessanterweise wurden sie in diesem Fall nur als Vorspeise serviert und wir bekamen danach noch einen ganzen Hauptgang, der mindestens genauso gut schmeckte.
Natürlich war Kayseri jedoch nicht das einzig Aufregende an meinem Auslandsaufenthalt hier in der Türkei. Während meiner Zeit als Freiwillige hatte ich auch die Möglichkeit, selbst aktiv Projekte zu organisieren und umzusetzen.
Ein besonderes Projekt war ein Workshop für Katzen, bei dem wir kleine Häuser für Straßenkatzen gebaut haben, damit sie in den kalten Winternächten Schutz finden können. Es war sehr schön zu sehen, wie viele Menschen bereit waren zu helfen und gemeinsam etwas für die Tiere zu tun.
Außerdem haben die andere deutsche Teilnehmerin und ich eine Kulturnacht organisiert, bei der wir den anderen Teilnehmern unsere deutsche Kultur nähergebracht haben. Wir haben über Traditionen gesprochen, kulturelle Unterschiede erklärt und gemeinsam einen kleinen Einblick in das Leben in Deutschland gegeben. Solche Momente waren besonders schön, weil sie gezeigt haben, wie viel man voneinander lernen kann.
Gemeinsam mit anderen Freiwilligen konnten wir außerdem Workshops zu Demokratie und Kinderrechten organisieren, die wir an verschiedenen Schulen durchgeführt haben. Es war sehr interessant, die Meinungen und Perspektiven der verschiedenen Schüler zu hören und zu sehen, wie engagiert sie über diese Themen diskutiert haben. Diese Erfahrungen haben mir noch einmal gezeigt, wie wichtig Austausch, Bildung und gegenseitiges Verständnis sind.
Ein weiterer Aspekt meines Aufenthalts ist die Möglichkeit, viel vom Land zu sehen. Die Landschaft und die vielen verschiedenen Facetten der Türkei sind sehr beeindruckend, und durch mein Freiwilligenprojekt habe ich tatsächlich die Gelegenheit, relativ viel zu reisen. Jede Region hat ihre eigenen Besonderheiten, und es ist spannend zu erleben, wie unterschiedlich Kultur, Essen und Alltag je nach Ort sein können. Diese Erfahrungen machen meinen Aufenthalt hier noch abwechslungsreicher und helfen mir, das Land besser zu verstehen.
Auch die Sprache wird langsam, aber sicher einfacher zu lernen. Am Anfang war vieles noch sehr ungewohnt, doch mit der Zeit versteht man immer mehr und traut sich auch häufiger, selbst Türkisch zu sprechen. Jeden Tag lernt man neue Wörter, aber auch neue kulturelle Aspekte kennen, die eng mit der Sprache verbunden sind.
Gerade beginnt zum Beispiel der Ramadan, und es ist eine interessante Erfahrung, diese Zeit in einem Land wie der Türkei mitzuerleben. Auch wenn ich selbst nicht faste, finde ich es sehr spannend zu sehen und zu hören, wie die Menschen, die fasten, damit umgehen und wie sich ihr Alltag in dieser Zeit verändert. Besonders abends, wenn das Fasten gebrochen wird, entsteht eine ganz besondere Atmosphäre, in der viele Menschen zusammenkommen und gemeinsam essen.
Sehr gefällt mir auch die Café-Kultur in Izmir. Überall findet man kleine, unglaublich gemütliche Cafés, in denen man sich mit Freunden treffen, etwas trinken und einfach Zeit miteinander verbringen kann. Diese Orte sind ein wichtiger Teil des sozialen Lebens hier und machen den Alltag in Izmir besonders angenehm.
Ich freue mich auf die restlichen Monate und auf all das, was ich noch erleben werde.
Shayen verbringt ihren Freiwilligendienst bei PiYA, ihr Projekt wird von der Europäischen Union kofinanziert.
Wenn du etwas Ähnliches wie Shayen erleben möchtest, schau dir unsere Calls hier an.





