Maite in Tirana, Albanien // 2. Bericht

Bella, unsere liebste Begegnung des Tages. Bella ist eine Hündin, die uns vor ein paar Tagen durch die Stadt gefolgt ist. Es hat uns ein bisschen das Herz gebrochen, sie vor unserer Tür zurückzulassen. Inzwischen haben wir jedoch herausgefunden, dass sie hier in der Nähe lebt und von ein paar Nachbarn versorgt wird. Jetzt begegnen wir ihr ab und zu auf der Straße, sie freut sich jedes Mal.

Im November habe ich eine Freundin in Shkodra besucht. Eine schöne Stadt, vor allem aber mit beeindruckend schöner Natur umgeben. Zudem waren wir als WG für ein Wochenende in der Nähe von Durrës und haben das Meer und die Ruhe auf dem Land genossen.

Bei BBA haben wir in diesem Monat den Interactive Smartfloor an einer Förderschule in Tirana offiziell eröffnet. Dabei handelt es sich um einen Projektor, der verschiedene Spiele auf den Boden projiziert und auf die Schatten der Spieler*innen reagiert. Die Spiele sind relativ einfach, können den Kindern jedoch dabei helfen, ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern.

Im Dezember ging dann unser Multimedia-Projekt zu Ende. Es war zwar sehr erfolgreich, dennoch war es etwas traurig die Kinder nun nicht mehr ganz so regelmäßig zu sehen. Somit war im Dezember eine Phase des Abschließens. Viele Projekte wurden beendet und alles wurde etwas ruhiger – abgesehen von einigen offiziellen Veranstaltungen wie dem National Youth Day.

In den Weihnachtsferien sind die meisten meiner Mitbewohnerinnen nach Hause gefahren. Ich bin jedoch in Albanien geblieben, da mich mein Bruder besucht hat. Gemeinsam haben wir eine einwöchige Fahrradtour durch Albanien gemacht. Diese Zeit hat mir sehr gutgetan, da ich einmal aus dem Trubel der Großstadt herauskam. Ich mag Tirana sehr, aber manchmal braucht man einfach etwas Abwechslung. Die Natur war wirklich wunderschön, besonders die Küste mit dem Meer. Außerdem habe ich eine andere Seite Albaniens kennengelernt, denn Tirana und das ländliche Albanien unterscheiden sich doch sehr stark. Wir haben unglaublich viele hilfsbereite und herzliche Albanerinnen getroffen, die uns mit Orangen aus dem eigenen Garten beschenkt oder unser Fahrrad repariert haben.

Im neuen Jahr habe ich mich sehr gefreut, meine WG-Mitbewohnerinnen wiederzusehen und gleichzeitig sind einige neue Mitbewohnerinnen angekommen. Die Monate November und Dezember waren insgesamt eine sehr prägende Zeit, in der wir als Gruppe noch enger zusammengewachsen sind. Man hatte nun mehr Zeit füreinander, da es bei der Arbeit und im Übrigen ruhiger wurde. Zudem schätze ich unseren Umgang bei BBA sehr, es ist eine perfekte Balance zwischen freundschaftlicher und professioneller Zusammenarbeit.

Mit dem Januar beginnen unsere Projekte nun langsam wieder anzulaufen. In diesem Zusammenhang war ein weiteres wichtiges Learning für mich, wie schwierig und langwierig es sein kann, ein Projekt aufzubauen – besonders dann, wenn man mit Institutionen zusammenarbeitet, die unsere Projekte nicht immer priorisieren.

Parallel dazu habe ich einen weiteren Aufgabenbereich übernommen, ich koordiniere nun unseren neuen YouTube-Channel. Dafür stehe ich in Kontakt mit den Freiwilligen aus Korça und Saranda, zwei weiteren Städten in Albanien, um gemeinsam Inhalte zu planen und Content zu produzieren. Generell habe ich gelernt in der Arbeit deutlich unabhängiger zu werden, kenne meine Aufgaben und weiß einfach mehr, wie alles abläuft.

Seit November haben wir außerdem regelmäßig Albanisch- Unterricht. Ich merke, dass sich mein Hörverstehen deutlich verbessert hat. Selbst zu sprechen fällt mir zwar noch schwer, aber es macht mir auf jeden Fall Spaß, die Grundlagen der Sprache zu lernen.

Generell geht es mir hier sehr gut. Gleichzeitig merke ich, wie schnell die Zeit vergeht, was mich ehrlich gesagt ein wenig verwirrt. Ich frage mich oft, wo all die Zeit geblieben ist. Aber ich bin mir sicher, dass es den meisten ähnlich geht. Mir bleiben nun noch etwa zwei Monate, die ich in vollen Zügen genießen möchte. Ich will versuchen wirklich im Moment zu leben und mir nicht zu viele Gedanken über die Zukunft zu machen.

Wenn du etwas Ähnliches wie Maite erleben möchtest, schau dir unsere Calls hier an.