Neun Monate Rumänien? Ja, ich hatte mich dazu entschieden ein freiwilliges Jahr im Ausland zu verbringen, denn ich wollte nach meinem Schulabschluss nicht direkt anfangen zu studieren oder ähnliches. Ich wollte neue Erfahrungen sammeln und andere Orte kennenlernen. Über die Seite des ESK fand ich verschiedene Projekte, doch dieses bei Care2Travel in Transsilvanien sagte mir zu.
Im September ging es los. Nach über 28 Stunden Fahrt mit dem FlixBus und dem Zug kamen Aimee (meine Projektpartnerin) und ich in Miercurea Ciuc an.
Die ersten Wochen waren aufregend: Wir lernten all die neuen Gesichter kennen und mussten uns an das Leben in einer neuen Stadt in einem anderen Land gewöhnen. Es gab eine Einführung über die Historie des Ortes und der Region, denn obwohl wir in Rumänien sind, wird hier Ungarisch gesprochen. Außerdem nahmen wir alle (11 ESK Freiwillige) am Online On-Arrival-Training teil, wo wir viele weitere Freiwillige aus Rumänien kennenlernten. Mit den anderen fühlte ich mich in kurzer Zeit sehr wohl. Zusammen lebten wir uns ein, sowohl in der Stadt als auch untereinander.
Wir begannen, hauptsächlich mit Mattea und Leonie (Projekt „Community Inclusion“) zusammenzuarbeiten. Wir halfen bei Sprach-Clubs in Deutsch und Englisch sowie bei einem monatlichen Quizabend, neben allgemeinen Büroaufgaben wie der Erstellung von Dokumenten. Einen Monat später gingen wir auf Anfrage zweier Lehrer auch regelmäßig in eine örtliche Schule, um Schüler der 6. und 12. Klasse in Deutsch zu unterrichten.
Zunächst kam uns alles sehr viel vor, und die Arbeit war stressig, da wir all diese Aktivitäten und Veranstaltungen planen mussten, ohne wirklich Erfahrung mit dieser Art von Arbeit zu haben, aber nach einer Weile haben wir uns daran gewöhnt. Durch eine bessere Aufteilung der Aufgaben und wiederverwendbare Aktivitäten verliefen die Vorbereitungen schneller und die Durchführung der Events reibungsloser. Wir wurden flexibler und konnten besser auf unerwartete Situationen reagieren, was uns Selbstvertrauen und Vertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten gab.
Miercurea-Ciuc ist eine entspannte, kleine Stadt. Rund 35.000 Einwohner, darunter viele Studenten, Cafés und Second-Hand-Läden. Wir gingen mehrmals ins Kino (immer dann, wenn neue Filme auf Englisch liefen, was nicht allzu oft vorkam). Aus kleinen Spaziergängen wurden schnell lange Wanderungen, die uns über Felder und Hügel in der Umgebung führten.
Rumänien hat viele sehenswerte Orte zu bieten. Die Natur hier ist besonders schön. Auf unseren Reisen durch ganz Rumänien haben wir insgesamt 10 Städte besucht. Wir haben es sogar geschafft, für unseren letzten gemeinsamen Ausflug nach Istanbul zu reisen, was ein unglaubliches Erlebnis war.
Das Zusammenleben mit mehr als 11 Freiwilligen in einer Unterkunft war etwas Besonderes. Während das Haus die meiste Zeit von Gesprächen und Lachen gefüllt war, wurde es manchmal auch ganz still. Abends wurde meist zusammen gekocht, zwar in kleineren Gruppen, da die Küche nicht allzu groß war, aber trotzdem hat man sich oft gemeinsam eingefunden. Ich konnte meine Kochkünste verbessern und bin generell froh, das Leben in einer WG kennengelernt zu haben. Ab und zu gab es kleine Feiern zu Geburtstagen, Abschieden und auch ein Mario-Kart-Turnier. Ich habe unsere Spieleabende ebenso genossen wie die Film- und Serienabende und die Lesestunden im Garten mit kleinen Trampolin-Pausen.
Da ich neun Monate in Miercurea-Ciuc war, habe ich nicht nur den Winter (der wirklich eiskalt war) erlebt, sondern auch den Frühling und den Sommer. Und das war genau richtig. Die Natur nahm alle möglichen Grüntöne an und zusammen mit den neuen Freiwilligen, die für den Sommer kamen, konnte ich auch diese Seite Rumäniens erkunden.
Ich bin froh, dass ich diese Erfahrung machen durfte: die Menschen, die ich getroffen habe, die Freundschaften, die ich geschlossen habe, Neues zu lernen, aus meiner Komfortzone herauszutreten und auf eigenen Beinen zu stehen. Ich hatte viel Spaß und schätze diese Erinnerungen sehr.
Frida
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Frida verbringt ihren Freiwilligendienst bei Care2Travel, ihr Projekt wird kofinanziert von der Europäischen Union.
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